Eine neuere Studie belegt ein erhöhtes Risiko für 28 Krankheiten bei jenen Kindern, denen die Mandeln (Tonsillektomie) und/oder Adenoiden (Adenoidektomie) entfernt wurden. Allein in den USA müssen jedes Jahr eine Million Kinder diese quälende Prozedur über sich ergehen lassen.

Nehmen wir zum Beispiel den Fall von Benny, der 1960 in den USA geboren wurde. Als er noch in den Kindergarten ging, wurden ihm die Polypen entfernt. Er litt schon eine ganze Zeit an Asthma, und zwar so schwer, dass er mehrmals im Jahr im Krankenhaus eine Notfallbehandlung bekam. So „musste“ die Adenoidoperation durchgeführt werden, um die Verstopfung der Nasennebenhöhlen abzumildern. Doch besser wurde davon nichts. Ganz im Gegenteil, mit 16 Jahren mussten dann die Nasennebenhöhlenpolypen raus und gleichzeitig die Septumdeviation korrigiert werden. Dabei handelt es sich um eine Verbiegung oder Verschiebung des Nasenscheidewandknorpels.

Endlich erbringt eine dänische Studie den wissenschaftlichen Nachweis darüber, dass die Entfernung von Mandeln und Adenoiden mit keinem vernünftigen Risiko-Nutzen-Verhältnis verbunden ist. Bei den Mandeln handelt es sich um lymphatische Organe, die sich am Eingang des Verdauungs- und Atmungssystems befinden. Da die Menschen schon immer unter deren schmerzhafte Entzündung litten, sind Extraktionsverfahren dazu schon seit mehr als 3000 Jahren dokumentiert.

Gerade bei Kindern vor der Pubertät entzünden sich die Mandeln recht häufig, das mag damit zusammenhängen, dass sie wie Organe des Immunsystems fungieren. Die Folge ist, dass Tonsillektomien, gern auch zur Prophylaxe, viel zu oft verschrieben werden. Gleiches gilt für die Adenoidentfernung. Die im Juni 2018 durchführte dänische Studie an mehr als einer Million Kindern lieferte nun überzeugende Argumente gegen die Tonsillektomie.

Im Rahmen der Studie haben Wissenschaftler der Universität Kopenhagen und der australischen Universität Melbourne auf Gesundheitsakten von 1.200.000 Kindern zugegriffen. Fast 12.000 Kinder hatten sich einer Tonsillektomie unterzogen, bei knapp 17.500 Kindern war eine Adenoidektomie erfolgt (Entfernung der Lymphdrüsen hinter und oberhalb der Mandeln) und knapp 31.400 Kinder konnten einen kombinierten Eingriff (Mandeln und Adenoide) vorweisen. Anderen schwerwiegende Gesundheitsprobleme lagen bei diesen Kindern aber nicht vor. Es ging dabei um die Beobachtung der gesundheitlichen Entwicklung der Probanden beginnend in einem Alter unter 15 Jahre bis weit in ihre 30er Jahre hinein.

Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im „Journal of the American Medical Association Otolaryngology Head and Neck Surgery“. Dabei wurden die Auswirkungen einer operativen Mandel- und/oder Adenoidentfernung auf die zukünftige gesundheitliche Entwicklung als „erheblich“ eingestuft, weil signifikant vermehrt auftretende Erkrankungen wie Grippe, chronische Bronchitis, Lungenentzündung, Asthma und Emphysem festzustellen waren. Wem die Mandeln und Adenoiden entfernt wurden, muss mit einem mehr als vierfachen Risiko für Sinusitis, Innenohrentzündungen und Allergien rechnen.

Bei den Erwachsenen traten Hautkrankheiten sowie Augen- und Parasiteninfektionen um 78 Prozent häufiger auf, wenn sie sich früher einer der erwähnten Operationen unterzogen hatten.

Schutzbarrieren gegen invasive Viren und Bakterien

Invasive Bakterien und Viren neigen sehr dazu, sich in dem empfindlichen und zugleich empfänglichen Gewebe des Rachens und der Lunge einzunisten. Die Drüsen sind extra so positioniert, dass sie eine wichtige Filterfunktion ausüben können. Daher sollten die behandelnden Ärzte unbedingt versuchen, eine Mandel- oder Adenoidentfernung so lange wie möglich hinauszuzögern, damit sich das Immunsystem des kindlichen Patienten erst einmal vollständig entwickeln kann.

Wir sollten immer in Betracht ziehen, dass unsere inneren Organe nicht voneinander isoliert arbeiten, sodass fehlerhafte Körperteile eben einfach mal ohne Konsequenzen herausgeschnitten werden können. Es ist daher dringend erforderlich, dass diese Erkenntnisse von der Schulmedizin unverzüglich berücksichtigt und therapeutisch integriert werden.

Noch ist es leider Realität, dass die Schulmedizin routinemäßig die Organentnahme als „Standard der Pflege“ empfiehlt. Organe wie die Schilddrüse, Prostata oder Brust werden immer wieder aufgrund fehlgeleiteter Krebsvorsorgeprogramme entfernt, weil die medizinischen Prognostiker ihren Patienten bei Nichtzustimmung den sicheren Tod androhen. Dabei gibt sogar das National Cancer Institute der USA unumwunden zu, dass es sich bei vielen diagnostizierten Krebserkrankungen lediglich um gutartige Läsionen epithelialen Ursprungs handelt.

Wir müssen endlich ernsthaft zum Vorsorgeprinzip und zu dem grundlegenden medizinethischen Grundsatz „keinen Schaden anzurichten“ zurückfinden und dies als übergeordnete Leitlinie begreifen, wenn wir (kurzerhand) „empfohlene Standards“ für Therapien festlegen.

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Eine Herzmuskelerkrankung kann die Folge einer primären Erkrankung des Herzmuskels, einer sekundären Erkrankung oder einer Kombination beider sein. Für den Arzt drängen sich bei der Behandlung von Kardiomyopathie-Patienten mit klinischer Herzinsuffizienz stets die folgenden Überlegungen auf:

  • Ist der Herzmuskel erkrankt?
  • Wird der normale Herzmuskel durch nichtkardiale Faktoren zu einem Versagen gezwungen?
  • Beruht das klinische Erscheinungsbild auf einer Kombination beider Zustände?
  • Zielt das Behandlungsprotokoll auf die Ursache der zugrunde liegenden Pathologie oder lediglich auf die Linderung der Symptome?

Eine Herzinsuffizienz tritt selten allein auf, wenngleich alle Erscheinungsformen der Herzinsuffizienz Merkmale aufzeigen, die immer klinisch zu behandeln sind. Die Herzinsuffizienz hat enorme Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit. In Deutschland, insbesondere in den östlichen Landesteilen, ist sie die häufigste primärstationäre Diagnose (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33949148/).

Pathophysiologie der Herzinsuffizienz

Eine klinische Herzinsuffizienz zeichnet sich dadurch aus, dass die pro Herzschlag gepumpte Blutmenge (Herzzeitvolumen) so gering wird, dass nicht mehr alle Körperteile ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden können. Zu Beginn dieser Entwicklung kann der Körper diesen Mangel noch einigermaßen kompensieren. Daher werden die Symptome erst deutlich, wenn die verminderte Herzleistung bereits schwerwiegend und chronisch geworden ist. Aus diesem Grund sollten Sie auch nur leichte Symptome einer Herzinsuffizienz sehr ernst nehmen und sofort einen Arzt zurate ziehen.

Zu den häufigsten Symptomen zählen:

  • Abnormale Flüssigkeitsansammlungen aufgrund der unzureichenden Pumpleistung des Herzens
  • Extrem schnelles Atmen bei Anstrengungen wie Treppensteigen und Kurzatmigkeit in Ruhe und sogar im Liegen
  • Plötzliches Aufwachen wegen Kurzatmigkeit
  • Ständig schnelle Ermüdung bis hin zur Erschöpfung
  • Schwellungen im Bereich der Füße, Knöchel, Beine und des Bauches
  • Beschleunigter Herzschlag, Herzklopfen oder Herzrasen

Die Zellen des Herzmuskels „verschleißen“ nicht grundlos

Zunehmender oxidativer Stress im Gewebe des Herzens führt unweigerlich zu einer Entzündung. Einher gehen solche Prozesse mit verminderter ATP-Produktion (Adenosintriphosphat) in den Mitochondrien der betroffenen Herzzellen. ATP ist das wichtigste Molekül für unsere Energieversorgung.

Das Herz reagiert darauf mit einer Vergrößerung und einer verminderten Kontraktionsfähigkeit (kongestive Kardiomyopathie). Seine Anpassung an einen erhöhten oxidativen Stress besteht oft darin, die Dicke der Herzwand wachsen zu lassen, allerdings ohne die Dimension des linken Ventrikels zu verändern (hypertrophe Kardiomyopathie). Letzterer beginnt sich nun zunehmend zu versteifen mit der Folge, dass sich die Herzkammer nicht mehr so rasch füllen kann. In diesem Fall liegt eine diastolische Herzinsuffizienz beziehungsweise eine Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion vor. Bei dieser Form der Kardiomyopathie wird zum Füllen der Herzkammer mehr ATP gebraucht als zu deren Entleerung (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19284182/).

Der erhöhte Widerstand gegen die Kammerfüllung führt nun dazu, dass die Blutmenge, die mit jedem Herzschlag gepumpt wird, sukzessive abnimmt, wobei es in der Herzkammer regelrecht zu einem Blutstau kommt. Unbehandelt entwickelt sich schließlich eine kongestive Kardiomyopathie, die als Endstadium der hypertrophen Kardiomyopathie angesehen werden kann. Diese zeichnet sich durch eine erhebliche Vergrößerung des linken Ventrikels aus, wobei eine sehr schlechte Kontraktilität zu beklagen ist (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22962896/).

In der Regel geht man bei einer kongestiven Kardiomyopathie von einer eingeschränkten Durchblutung des Herzens (Ischämie) aus. Herzbiopsien bei konsekutiven Patienten mit klinischer Herzinsuffizienz und fortgeschrittenen Koronararterienblockaden gaben allerdings ganz andere Hinweise. Die mikroskopischen Untersuchungen bestätigten Myokarditis als Ursache, wobei sich bei einigen dieser Patienten die Herzfunktion durch entzündungshemmende Maßnahmen deutlich verbesserte.

Es ist daher dringend geboten, die Entnahme von Herzgewebe niedrigschwellig zu empfehlen, damit bei richtiger Diagnose schnell die optimale Therapie eingeleitet werden kann (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10208054/).

Gifte, die das Herz berühren

Meistens ist es die Ansammlung von Toxinen im Herzmuskel einer von mehreren Faktoren, die dazu führen, dass das Herz eine verminderte Kontraktilität entwickelt. Bei toxin- und infektionsbedingter Kardiomyopathie (IDCM) werden im Rahmen der mikroskopischen Untersuchung von Herzbiopsien immer wieder Entzündungen festgestellt. Nicht selten wird dabei eindeutig nachgewiesen, dass neben Chemotherapien oder COVID-Spike-Proteinen vor allem Schwermetalle wie Kupfer, Eisen, Quecksilber, Aluminium, Chrom, Kobalt, Cadmium, Gold und Silber den Herzmuskel stark geschädigt haben (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33046850/).

Tatsächlich ist der Herzmuskel oftmals ein „bevorzugter Schrottplatz“ für Schwermetalle. Dabei scheinen die chronische virale Myokarditis und Schwermetallansammlungen, allen voran Quecksilber, geradezu pathologieauslösende Partner zu sein. Kein anderes Organ im Körper von IDCM-Patienten weist derartig hohe Toxin-Konzentrationen auf.

Gold und Silber sind weitestgehend inerte Metalle, die kaum zu chemischen Reaktionen neigen und daher unseren Körper nicht weiter tangieren sollten. Dennoch möchte ich an dieser Stelle auf einen besonderen Fall einer dilatativen kongestiven Kardiomyopathie verweisen, der auf eine übertriebene dreimonatige Einnahme von kolloidalem Gold zurückzuführen war, die intermittierend mit einer Einnahme von kolloidalem Silber über einen Zeitraum von sieben Jahren einherging.

Diese Nahrungsergänzung führte zudem zu einer erheblichen Herzleitungsstörung (Linksschenkelblock). Durch eine Chelat-Therapie (Dimercaprol) konnte die Blockade weitgehend aufgelöst werden, wobei sich gleichzeitig die Auswurffraktion des Herzens deutlich verbesserte (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18464946/).

Anmerkungen zu Chemotherapien und COVID-Spike-Proteinen

Bei Chemotherapien kommen in der Tat Wirkstoffe zum Einsatz, die für das Herz hochgradig giftig sind. Anthrazykline wie Mitoxantron, Doxorubicin, Idarubicin oder Epirubicin führen oftmals zu einer gewissen Vergrößerung des Herzens, die mit einer verminderten Kontraktilität einhergeht. Es handelt sich dabei um praktisch irreversible kardiale Auswirkungen. Allein die Chelat-Therapie verfügt über das Potenzial, solche Schädigungen des Herzens zumindest teilweise umzukehren.

Das Syndrom persistierender Spike-Proteine (PSP) tritt meistens dann auf, wenn Spike-Proteine nach einer COVID-Impfung im Körper verbleiben oder wenn diese nach einer ungelösten COVID-Infektion nicht vollständig eliminiert werden konnten. Eine besondere Vorliebe haben diese Proteine ausgerechnet für das Herz und dessen Blutgefäße (https://www.tomlevymd.com/articles/omns20230310/Resolving-Persistent-Spike-Protein-Syndrome/).

Die Zahl der Menschen mit einer unentdeckten COVID-Spike-Protein-Myokarditis ist inzwischen enorm, ganz zu schweigen von der Dunkelziffer. Als Therapie eignet sich für all die Betroffenen eine regelmäßige Gabe eines oder mehrerer Schwermetall-Chelatbildner.

ATP-Physiologie und Kardiomyopathie

Wenn die ATP-Produktion und die Mitochondrienfunktion in einer Zelle chronisch unterdrückt sind, ist die Zelle schwer krank. Derartige Unterdrückungen sind stets das Ergebnis einer signifikanten Verschiebung des Reduktions-Oxidations-Gleichgewichts in Richtung einer übermäßigen Oxidation. Dann mangelt es den Zellen an Antioxidantien, was im Ergebnis zu einem erhöhten zellulären Kalziumspiegel und zu mangelhaften zellulären Magnesium-, Vitamin C- und Glutathionspiegeln führt. Bedenken Sie dabei, dass kein Organ mehr Energie pro Gramm Gewebe verbraucht als Ihr Herz (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19472864/).

Was kann eigentlich die Schulmedizin?

Die „normale“ Medizin stellt kein einziges Medikament bereit, das bei Herzinsuffizienz direkt einen Beitrag zur Normalisierung der mitochondrialen Dysfunktion leisten kann. Stattdessen wirken zurzeit sämtliche verschreibungspflichtigen Medikamente lediglich in Richtung Mobilisierung der überschüssigen Flüssigkeitsansammlungen, kämpfen also nur gegen das Symptom an. Das mag zum Teil seine Berechtigung haben, allein, darin darf sich die Therapie aber nicht erschöpfen.

Als zielgerichtete Therapie einer Kardiomyopathie hat sich das inzwischen eingehend erforschte CoQ10 gut bewährt. Tatsächlich wird im Herzen deutlich mehr CoQ10 gefunden als in den anderen zwölf menschlichen Gewebearten (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/7599208/).

So ist es nicht verwunderlich, dass durch eine CoQ10-Supplementierung die Gesamtmortalität bei Patienten mit Herzinsuffizienz gesenkt werden konnte. Die Vorzüge von CoQ10 wurden bereits im Jahre 1955 entdeckt, doch in den etablierten medizinisch-therapeutischen Handbüchern und medizinischen Lehrbüchern findet dieses lebenswichtige, nährstoffhaltige Antioxidans überhaupt keine Erwähnung.

Das Alter spielt eine entscheidende Rolle

Ältere Menschen produzieren deutlich weniger CoQ10 und nehmen davon auch weniger über die Ernährung auf. Bei 80-Jährigen ist im Durchschnitt nur noch die Hälfte des kardialen CoQ10-Gehalts eines 20-Jährigen anzutreffen. Daher ist eine Nahrungsergänzung zu empfehlen, die speziell auf die Komplexe I, II und IV des mitochondrialen ETC abzielt, weil dadurch die körpereigene ATP-Produktion angekurbelt wird.

Nikotinamidadenindinukleotid (NAD) ist das Substrat, das vor allem positiv auf den Komplex I wirkt. Dessen Synthese im Körper unterstützen Sie mit Niacin beziehungsweise Niacinamid (Vitamin B3). Ein starker Niacinmangel führt zum Beispiel zu Pellagra, das ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die mit verminderter Kontraktilität des Herzens einhergeht (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34882669/).

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Synthetisches Licht mit seinen vermehrten blauen Anteilen bedeutet für unsere Haut „digitalen Stress“. Gemeint ist damit eine neu postulierte Form kosmetischen Stresses. Das Frequenzband von 380 bis 500 Nanometer (Wellenlänge) wird als „blaues Licht“ definiert. Damit gehört ungefähr der dritte Teil des sichtbaren Lichts eben diesem blauen Frequenzbereich an. Zwar enthält auch das natürliche Sonnenlicht diese blauen Anteile, aber die meiste Zeit seines Lebens verbringt der moderne Mensch faktisch vor synthetischen Lichtquellen in Innenräumen.

Der Sonnenbrand ist eine wohlbekannte Form der „Lichtalterung“. Etwas Ähnliches passiert aber auch mit unserer Haut durch „elektronische Verbrennung“. Die Bestrahlung mit blauem Licht wird inzwischen mit verschiedenen Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht.

Unsere Augen stellen einen direkten Zugang zum Nervensystem dar und nehmen somit einen starken Einfluss beispielsweise auf den zirkadianen Rhythmus, der wiederum unsere gesamte Physiologie steuert.

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Anfang des Jahres 2023 ist eine Studie zu diesem Thema im „International Journal of Molecular Sciences“ erschienen (https://www.mdpi.com/1422-0067/24/5/4948/). Darin wird darauf verwiesen, dass insbesondere die LEDs von Smartphones, Tablets und Fernsehern vermehrt im Wellenlängenbereich von 400 bis 490 Nanometer emittieren, wogegen allerdings ein Kraut gewachsen ist. Die Rede ist von der immergrünen Blütenpflanze Gardenia jasminoides aus der (Kaffee)Familie Rubiacea.

Der Extrakt aus dieser Pflanze weist spezielle Absorptionseigenschaften auf, und zwar ausgerechnet im blauen Bereich zwischen 400 und 490 Nanometer. Insofern haben wir es hier mit einem effektiven Blaulichtfilter zu tun, der die Haut vor digitalem Stress schützen kann. Übrigens wurde dieser Pflanzenextrakt schon lange in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) gegen Kopfschmerzen, Fieber, Entzündungen, Ödeme, Lebererkrankungen und Bluthochdruck eingesetzt.

Die folgende Liste vorteilhafter Eigenschaften des Extrakts konnte durch die Forscher bestätigt werden:

Hautschädigungen, die sich durch blaues Licht bereits entwickelt haben, konnten ausgeheilt werden, was sich auch in einer „Defragmentierung“ des mitochondrialen Netzwerks zeigte.

Durch topische Anwendung des Extrakts auf Hautexplantate konnte der Oxidationsgrad messbar zurückgefahren werden, was die Filterwirkung gegen blaues Licht voll bestätigte.

In Gegenwart des Extrakts erhöht sich der Melatonin-Zyklus. Das im Extrakt enthaltene Crocetin weist zudem recht ähnliche Eigenschaften wie Melatonin auf.

Im Rahmen einer In-vivo-Studie haben sich Probanden mindestens vier Stunden täglich mit digitalen Geräten bei 100 Prozent Leuchtkraft beschäftigt. Nach 56 Tagen trug eine Gruppe zweimal täglich den Extrakt insbesondere auf die Gesichtshaut auf. In dieser Gruppe war (im Gegensatz zur Placebogruppe) ein deutlicher Rückgang der Zahl der Krähenfüße zu beobachten.

Zusammenfassung

Blaues Licht ist eine allgegenwärtige Quelle, die bei uns eine beschleunigte Lichtalterung bewirkt. Durch natürliche Pflanzenextrakte können die Folgen aber deutlich abgefedert werden. Überhaupt lässt sich allein mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung, die reich an Chlorophyll und Antioxidantien ist, die Gesundheit weitestgehend und nachhaltig bewahren. Gerade Chlorophyll liefert unseren Mitochondrien photonische Energie, als würden wir das „Sonnenlicht essen“. Melanin, dazu gehört auch das Biomelanin aus Pflanzen und Pilzen, schützt uns vor dem gesamten elektromagnetischen Spektrum, das uns permanent umgibt.

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Gewürze sind angeblich gesund. Eine vierwöchige „Gewürzkur“, die darin besteht, dass Sie jeden Tag nur einen Teelöffel, der die Gewürze Zimt, Kurkuma, Ingwer, Kreuzkümmel, Basilikum, Rosmarin, Oregano oder Thymian enthält, für Ihre Mahlzeiten verwenden, verbessert nachweislich die Bakterienvielfalt in Ihrem Darm:

Von gesundheitlichem Nutzen sind hierbei vor allem die darin enthaltenen Polyphenolverbindungen. Auf der anderen Seite enthalten gerade Gewürze auch giftige Schwermetalle wie Arsen, Blei und Cadmium. Zu diesem Ergebnis kam jedenfalls eine Studie von Consumer Reports, in die 126 Gewürze und Kräuter von beliebten Marken wie Trader Joe ’s, McCormick und Whole Foods einbezogen wurden:

Vierzig der analysierten Produkte, das sind fast 32 Prozent, enthielten Arsen, Blei und Cadmium in Konzentrationen, die bei regelmäßigem Verzehr auf jeden Fall die Gesundheit von Kindern schädigen. Bei Thymian und Oregano wurden sogar in jeder getesteten Probe hohe Schwermetallgehalte festgestellt:

In Marken- und Bioprodukten sowie in jenen Produkten, die in den USA verpackt wurden, waren ebenfalls besorgniserregende Mengen an Schwermetallen enthalten. Das bedeutet, dass auch vermeintlich hochwertige Marken- und Bioprodukte für nichts garantieren.

Das „Douglas County Health Department“ in Nebraska führte eine weitere Studie zu diesem Thema durch und kam zu dem Ergebnis, dass dort tatsächlich durch Bleifarben kontaminierte Gewürze massiv Bleivergiftungen bei Kindern verursachen:

Gewürze werden bestrahlt

Unter dem Vorwand, Insekten und Mikroorganismen abtöten zu wollen, werden Gewürze in den USA einer ionisierenden Gamma-Strahlung ausgesetzt. Die Quelle dafür ist das radioaktive Isotop Kobalt 60, das bei Atommüll in großen Mengen anfällt. Dass damit ein Nährstoffverlust und haufenweise „radiolytische Produkte“ wie Chinon-Radikale anfallen, scheint selbst die FDA nicht weiter zu kümmern:

Gerade bei Salbei, schwarzem Pfeffer, Petersilie, Rosmarin, Oregano und Vogelpfeffer hat sich der Gehalt an Chinon-Radikalen mehr als verdoppelt. Bei Zimt wurde sogar eine Verfünffachung festgestellt und bei Muskatnuss ein siebenfacher Gehalt:

Außerdem führt die Bestrahlung zu einem erheblichen Verlust an Antioxidantien wie Vitamin C und Carotinoiden:

Inzwischen wurden gegen Amazon, Walmart oder McCormick Klagen eingereicht. Die Vorwürfe gehen in die Richtung, dass die Unternehmen es versäumt hätten, die Verbraucher auf die möglichen Schwermetallgehalte ihrer Gewürze hinzuweisen, siehe dazu:

Consumer Reports listete indes mehrere Gewürze und Kräuter auf, die tendenziell eher weniger Schwermetalle enthalten. Darunter befinden sich zum Beispiel:

  • Curry- und Knoblauchpulver
  • Koriander
  • Safran
  • Schwarzer und Weißer Pfeffer
  • Sesamsamen

Am Ende geht nichts über selbst angebaute und getrocknete Gewürze. In diesem Fall sollten Sie sich am besten für Basilikum, Oregano und Thymian entscheiden, weil diese im Handel den größten Schwermetallgehalt aufweisen. Schon ein kleiner Balkon reicht aus, um Großartiges für die Gesundheit zu bewirken.

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Erkältungen und grippale Infekte sind die häufigsten Ursachen für Arztbesuch, Arbeitszeit- und Schulausfälle. Jeder Erwachsene hat durchschnittlich zwei bis vier Erkältungen jährlich. Das ist auch in dieser Saison nicht anders, auch wenn wir bei Fieber, Hals- und Gliederschmerzen natürlich im Moment als erstes an die Schweinegrippe denken.

Doch warum läuft unsere Nase und kratzt der Hals, sobald die ersten Blätter von den Bäumen fallen?

Dr. Joseph Mercola erklärt es damit, dass wir uns, sobald die Außentemperaturen sinken, lieber in warmen, gemütlichen Räumen als an der frischen Luft aufhalten. Unsere Haut bekommt weniger Sonnenlicht ab, das wir aber zur Herstellung von Vitamin D dringend benötigen, wenn wir es nicht in ausreichenden Mengen mit der Nahrung aufnehmen.

Ein Mangel an Vitamin D macht uns anfälliger für Viren, die in geschlossenen Räumen noch dazu leichter von einer Person auf die andere übergehen. Es ist also ganz und gar nicht so, dass die Krankheitserreger besonders gehäuft in der kalten Jahreszeit auftreten, wie man vielleicht vermuten könnte. Vielmehr kann sich unser Körper nur in der kalten Jahreszeit nicht so effektiv gegen sie schützen.

Da Erkältungen und Grippeinfektionen ausschließlich durch Viren ausgelöst werden, ist es außerdem völlig unsinnig, mit Antibiotika gegen die Krankheitserreger vorzugehen. Denn diese helfen zwar gegen Bakterien und Pilze, nicht aber gegen Viren, deren Strukturen völlig anders aufgebaut sind und deren Vermehrungszyklen auch nicht mit denen anderer Krankheitskeime zu vergleichen sind.

Es gibt natürlich die seltene Ausnahme, dass der durch eine Virusinfektion bereits geschwächte Organismus zusätzlich von Bakterien befallen wird. In diesen Fällen kann eine Antibiotika-Einnahme sinnvoll sein.

Wichtig ist, laut Dr. Mercola, außerdem, dass der Virus zwar die Grippe-Symptome auslöst, er aber nicht der wirkliche Grund für die Krankheit ist. Stattdessen gehen die Heiserkeit, der Husten und die Halsschmerzen auf das geschwächte Immunsystem zurück. Die Forschung zeigt, dass die typischen Erkältungserscheinungen auch die Symptome eines Vitamin D-Mangels sein können. Denn ein geringes Vitamin D-Level schwächt das Immunsystem und macht uns anfällig für Erkältungen, Influenza oder andere Atemwegserkrankungen.

Es gibt viele Gründe für ein geschwächtes Immunsystem. Die Wichtigsten sind:

  • Vitamin D-Mangel
  • Eine Ernährung mit zu viel Zucker oder zu viel Getreide
  • Schlafmangel
  • Zu wenig Bewegung
  • Emotionaler Stress
  • Eine Kombination aus mehreren der genannten Faktoren

Vitamin D ist ein sehr effizientes Mittel gegen Krankheitserreger. Insgesamt 200 bis 300 verschiedene antimikrobielle Peptide (kleine Proteine) kann unser Organismus aus Vitamin D synthetisieren, um anschließend Bakterien, Pilze und Viren abzutöten. Vor allem im Winter sinkt das Vitamin D-Level aber auf einen ungesunden Tiefpunkt.

Eine Analyse der Blutwerte von 5.000 US-amerikanischen Kindern zeigte, dass jedes Fünfte an einem extremen Vitamin D-Mangel litt. Ein leichtes Defizit wiesen sogar mehr als 60 Prozent der unter 12-Jährigen auf (Mansbach J. M. et al.: Serum 25-hydroxyvitamin D levels among US children aged 1 to 11 years: do children need more vitamin D?; Pediatrics. 2009; 124(5); S. 1404-1410).

Zwar ist die beste Quelle für Vitamin D noch immer direktes Sonnenlicht, doch ist dies gerade während des dunklen Winters schwierig, wenn wir meist vor Sonnenaufgang zur Arbeit gehen und erst nach Sonnenuntergang wieder zurück kommen. Als weitere Möglichkeit böte sich ein regelmäßiger Besuch im Solarium an, was allerdings aufgrund des erhöhten Hautkrebsrisikos und der schnellen Alterung der Zellen immer mit Vorsicht zu genießen ist. Da bleibt in der kalten Jahreszeit also oft nur, Vitamin D mit dem Essen oder durch Nahrungsergänzungsmittel aufzunehmen.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass etwa 50 µg1 (2.000 IU2) pro Tag ausreichen, um den Körper vor Erkältungen zu schützen. In der Europäischen Union gilt aber – ähnlich wie in vielen anderen Ländern – die tägliche Zufuhr von 5 µg bei Erwachsenen als ausreichend. Dieser Richtwert scheint erschreckend niedrig und erklärt sicherlich auch, warum so viele Leute jedes Jahr im Winter mit Erkältungen zu kämpfen haben. Hinzu kommt, dass der Bedarf an Vitamin D bei unterschiedlichen Menschen auch sehr verschieden ausfällt. Können einige ihren Vitamin D-Wert schon bei 125 µg pro Tag aufrecht erhalten, benötigen andere die vier- bis sechsfache Menge, um gesund zu bleiben. Worauf diese Unterschiede beruhen, ist bisher nicht bekannt. Wer aber genau wissen möchte, wie viel Vitamin D er benötigt, dem bleibt nur ein Bluttest, wobei es teilweise sehr gute, aber auch andere sehr ungenaue Verfahren gibt.

1= µg               Mikrogramm (1.000 Mikrogramm entsprechen 1 Milligramm)

2= IU               Internationale Einheiten = International Units (meist willkürlich festgelegte Maßeinheit in der Medizin; 1 µg Vitamin D entspricht 40 IU)

Die ersten Anzeichen einer Erkältung – Was tun?

Wer ein leichtes Kratzen im Hals spürt oder eine laufende Nase bekommt, der sollte versuchen, das Immunsystem so gut es geht zu stärken, um die Erkältung oder die Grippe noch abzuwenden. Sinnvoll ist es, in dieser Zeit auf Zucker, künstlichen Süßstoff und verarbeitete Lebensmittel zu verzichten, um das Immunsystem nicht noch mehr zu schwächen. Außerdem ist es sehr wichtig, genügend frisches Wasser zu trinken, damit der Organismus alle Stoffwechselvorgänge optimal ausführen kann. Sobald wir die ersten Anzeichen spüren, ist aber nicht nur eine gesunde Ernährung, sondern ebenso ausreichend erholsamer Schlaf, wenig Stress und viel Bewegung – ohne sich dabei zu überanstrengen und den Köper noch mehr zu stressen –  wichtig.

Welche Lebensmittel sind besonders gut, um das Immunsystem zu stärken?

  • Rohmilch von Gras-gefütterten Kühen oder Molke
  • Vergorene Lebensmittel wie Sauerkraut oder Kefir
  • Rohe Eier von freilaufenden Hühnern
  • Rindfleisch Gras-gefütterter Tiere
  • Kokosnüsse und Kokosnussöl
  • Regionales Obst und Gemüse
  • Pilze wie Shiitake und Reishi
  • Knoblauch (wirkt antimikrobiell)
  • Kräuter und Gewürze wie Oregano, Kurkuma, Nelke und Zimt

Auch einige Nahrungsergänzungsmittel können helfen, das Immunsystem zu stärken. Sie sollten aber nur als Zusatz zu den oben empfohlenen Nahrungsmitteln eingenommen werden, statt diese zu ersetzen. Denn nur dann können sie wirkungsvoll helfen, das Abwehrsystem zu stabilisieren.

  • Vitamin C wirkt als Antioxidans
  • Oregano-Öl enthält das mikrobielle wirkende Carvacrol in großen Mengen
  • Bienenharz (Propolis) ist ein sehr starkes natürliches Antibiotikum, wirkt zusätzlich gegen Viren und Pilzbefall
  • Heißer Tee aus Holunderblüte, Pfefferminz, Schafgarbe, Wasserhanf, Linde und Ingwer; häufig getrunken wirkt er schweißtreibend, wodurch der Organismus die Krankheitskeime bekämpft.
  • Olivenblätterextrakt stärkt das Immunsystem

Dr. Mercola hat außerdem die erstaunliche Erfahrung gemacht, dass ein paar Tropfen einer dreiprozentigen Wasserstoff-Peroxid-Lösung (H2O2) – ins Ohr geträufelt – wahre Wunder bewirkt. Dabei ist es normal, dass es ein bisschen blubbert und sticht. Hört dies nach etwa fünf bis zehn Minuten auf, so kann die Flüssigkeit auf ein Tuch gegossen werden, um dann das zweite Ohr auf die gleiche Weise zu behandeln.

Beitragsbild: Tharakorn Arunothai

Dieser Beitrag wurde am 13.4.2022 erstellt.

Giftstoffe in Textilien

Das Problem mit unserer Bekleidung betraf früher eher die Frauen, deren zu Recht gefürchtetes Korsett Blutgefäße, Nerven und Organe abdrückte und die betroffenen Damen oft genug in eine tiefe Ohnmacht schickte. Es war in der Vergangenheit aber auch die blutsaugende Kleiderlaus, die nicht selten zum Überträger von Fleckfieber oder Pest wurde und zahllose Menschen dahinraffte. Heute hat sich die Situation nicht unbedingt verbessert, denn in unseren Textilien lauern rund 7.000 giftige Chemikalien auf uns.

Kurzer Ausflug in die globale Textilindustrie

Zurzeit werden jedes Jahr ungefähr 80 Millionen Tonnen Textilfasern verarbeitet. Daraus werden in etwa 80 Milliarden Kleidungsstücke hergestellt. Rund 90 Prozent der Kleidung, die wir in Deutschland kaufen, stammen aus Höllenfabriken in China, Bangladesch oder der Türkei, wo Arbeitsschutz und Qualitätssicherung Fremdwörter sind.

Die Produktionsstätten muten wie bewachte Gefängnisse an. Arbeitszeiten von mehr als 70 Stunden pro Woche sind dort der Normalzustand. Die Arbeiter hantieren im Rahmen des Einfärbens der Textilien täglich mit hoch konzentrierten Giftstoffen.

Über die Hälfte der verarbeiteten Fasern sind Synthese- oder Zellulosefasern wie Polyester, Polyacryl, Viskose oder Acetat. Bei rund einem Drittel handelt es sich um Baumwolle. Dass von natürlichen Fasern keine Gefahr ausgeht, ist ein großer Trugschluss.

Von welchen Giftstoffen reden wir hier?

Zur Gruppe der Alkylphenole zählen zum Beispiel die wasserlöslichen Nonylphenolethoxylate wie NPE oder NPEO. Sie spielen bei Reinigungs- und Färbeprozessen eine Rolle. In der Umwelt werden sie kaum abgebaut und vergiften fast alle Wasserorganismen, die über die Nahrungskette schließlich im Körpergewebe des Menschen landen. Daher ist NP zumindest in der EU seit 2003 im Rahmen der Textilherstellung verboten.

Phthalate sind Weichmacher, die zum Beispiel in Kunststoffen wie Polyvinylchlorid (PVC) vorkommen. Aber auch im Kunstleder, Gummi (Latex) und vielen gefärbten Textilien sind sie enthalten. Bei Säugetieren wirken diese Chemikalien fortpflanzungsschädigend und befördern sehr wahrscheinlich Übergewicht, Diabetes und Frühgeburten.

Azofarbstoffe in Textilien, die die menschliche Haut berühren, wurden in der EU deshalb verboten, weil sie bei ihrer Aufspaltung aromatische Amine freisetzen, die Krebs auslösen.

Damit Textilien feuerbeständig sind, werden bromierte Flammschutzmittel (BFR) verwendet, die ebenfalls krebserregend sind und außerdem das Hormonsystem schädigen.

Zinnorganische Verbindungen findet man vornehmlich in Schädlingsbekämpfungs- und Antischimmelmitteln. Sie kommen aber auch in Sportbekleidung, Socken oder Schuhen vor, um der Geruchsbildung entgegenzuwirken. Das inzwischen verbotene Tributylzinn (TBT) zum Beispiel wurde früher zum Anstrich von Schiffen verwendet. Zinnorganische Verbindungen sind dafür bekannt, dass sie die Fruchtbarkeit und das Immunsystem einschränken und zudem das Nervensystem angreifen.

Perfluorierte Tenside (PFC) werden in Textil- und Lederprodukten, Outdoor-Kleidung oder Schwimmanzügen für eine wasser- und schmutzabweisende Wirkung verwendet. Diese Stoffe gefährden die Leber, beeinträchtigen unser Hormonsystem und verursachen sehr wahrscheinlich Krebs.

Formaldehyd (Methanal) spielt bei der Herstellung von Farbstoffen eine Rolle und sorgt bei einigen Textilien für Knitterfreiheit. Im Jahre 2004 hat die „Internationale Agentur für Krebsforschung“ (IARC), die der WHO angehört, die Chemikalie als krebserregend eingestuft. Viele Industriearbeiter, die diesem Giftstoff ausgeliefert waren, waren an Tumoren im Nasen-Rachenraum erkrankt.

Zu den polychlorierten Phenoxyphenolen (PCPP) gehört Triclosan, das unter anderem in Desinfektionsmitteln, Konservierungsmitteln und Kosmetika zum Einsatz kommt, aber eben auch für Schuhe, Sport- und Funktionstextilien verwendet wird, damit Bakterien und Pilze eingedämmt werden. Der Stoff greift die natürliche Mikroflora der Haut an und vermindert bei Frauen die Fruchtbarkeit. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wies darauf hin, dass durch Triclosan Antibiotika resistente Bakterien entstehen.

Die Pigmente in den Textilfarbstoffen enthalten viele gesundheitsgefährdende Schwermetalle wie:

  • Cadmium (schädigt die Nieren und löst Krebs aus)
  • Chrom
  • Nickel
  • Blei (schädigt das Nervensystem)
  • Quecksilber (dito)

HIV-Infektion und AIDS

AIDS ist das Endstadium einer HIV-Infektion und eine erworbene Immunschwächekrankheit. Dabei befällt das HI-Virus bestimmte Zellen des Immunsystems. Übertragen wird die Erkrankung zum Beispiel durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Heilbar ist eine HIV-Infektion nicht, aber sie ist heute gut behandelbar.

Kurzübersicht zu AIDS

  • Endstadium einer HIV-Infektion
  • Zunächst grippeähnliche Symptome wie Nachtschweiß oder Durchfall, dann Gewichtsverlust, Lungenentzündung, Tuberkulose, Hefepilzbefall, Kaposi-Sarkom
  • Medikamente hindern vor allem das Virus an der Vermehrung.
  • Die Ansteckung erfolgt meistens durch ungeschützten Sex oder infiziertes Drogenbesteck.
  • Die Diagnose basiert auf Bluttests mit Blick auf HIV-Antikörper oder HIV-Antigene.
  • Die Erkrankung ist bei früher Erkennung gut behandelbar, aber nicht heilbar.

Beschreibung

AIDS tritt erst im Endstadium der HIV-Infektion auf, wenn sich bereits eine ausgeprägte Immunschwäche mit lebensbedrohlichen Folgen wie Tumorbildung etabliert hat. Neben ungeschütztem Geschlechtsverkehr erfolgt die Ansteckung vor allem durch die Verwendung bereits gebrauchter und infizierter Spritzen beim Drogenkonsum.

Mit den modernen Medikamenten kann heute erreicht werden, dass AIDS erst gar nicht ausbricht, sodass die Patienten ein einigermaßen normales Leben führen können. In der Regel lässt sich die Viruslast medikamentös so weit im Blut reduzieren, dass sich der Erreger nicht einmal mehr nachweisen lässt, was bedeutet, dass der Patient seinen Partner nicht mehr ansteckt.

Die aktuelle Situation in Deutschland

Gemäß Robert-Koch-Institut (RKI) lebten gegen Ende 2019 hierzulande ungefähr 90.700 HIV-positive Menschen. Circa 2.600 Menschen haben sich im Jahr 2019 neu angesteckt, das sind etwas mehr als im Vorjahr.

HIV kurz erklärt

Das Akronym steht für „human immunodeficieny virus“, was man mit „menschliches Immunschwäche-Virus“ übersetzen könnte. Das HI-Virus vermehrt sich in den T-Helferzellen vom Typ C4, die zu unserem Immunsystem gehören. Zu diesem Zweck wird der genetische Bauplan des Virus in die T-Zelle eingeschleust, die dann selbst das Virus vervielfältigt und dadurch schließlich zerstört wird.

Um die HI-Viren abzuwehren, bildet der Körper spezielle Antikörper, welche das HI-Virus aufspüren. In dieser zum Teil jahrelangen Latenzphase ist der Patient bereits infiziert und kann andere Menschen anstecken, wobei er selbst kaum oder gar keine Krankheitssymptome spürt.

Doch irgendwann kommt die Zeit, wenn nur noch zu wenige T-Helferzellen vorhanden sind und dann haben alle Keime ein leichtes Spiel. Die Folge sind verschiedene Infektionskrankheiten und Tumore, die normalerweise eher selten auftreten. Damit ist das AIDS-Stadium eingetreten.

Die vier Buchstaben AIDS stehen für „acquired immune deficiency syndrome“, was man mit „erworbenes Immunschwächesyndrom“ übersetzen kann. Diese Phase der Erkrankung ist oft mit dem Wasting-Syndrom verbunden, das sich durch Fieber, häufigen Durchfall und starken Gewichtsverlust bemerkbar macht.

Das Gehirn bleibt von den Viren nicht verschont und reagiert oftmals mit einer „HIV-assoziierte Enzephalopathie“. Kognitive Einbußen bis hin zur Demenz und motorische Störungen sind hierbei die Folgen. AIDS löst auch bösartige Veränderungen wie das Kaposi-Sarkom aus.

Über die Symptome von HIV und AIDS

Die ersten HIV-Symptome machen sich schon während der ersten Wochen nach der Ansteckung bemerkbar. Dagegen kann die Zeit von der HIV-Übertragung bis zum Ausbruch von AIDS Jahre betragen. Ungefähr die Hälfte aller Infizierten erkrankt erst nach zehn Jahren an AIDS.

HIV-Stadium A

Die frühen Symptome treten ab dem sechsten Tag bis zu sechs Wochen (meistens zwei Wochen) nach der Ansteckung in Erscheinung. Da sie im Wesentlichen einem grippalen Infekt, manchmal auch einem eher mild verlaufenden Pfeifferschen Drüsenfieber ähneln, bleibt die HIV-Infektion oftmals unentdeckt. Zu den ersten Symptomen gehören:

  • Kopf- und/oder Halsschmerzen
  • Fieber
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Hautausschlag (HIV-Flecken)

Bei dem letzten Punkt sprechen Mediziner vom „diskreten HIV-Exanthem am Körperstamm“.

Die symptomfreie Latenzphase

Die oben genannten ersten HIV-Symptome klingen bald ab, dennoch schädigt das Virus weiterhin das Immunsystem. Es handelt sich nun um eine Monate lange „stumme Phase“ der Infektion, die aber mit einer Lymphknoten-Schwellung am ganzen Körper endet.

HIV-Stadium B

In dieser Phase ist das Immunsystem schon so weit geschwächt, dass sich verschiedene Krankheiten breitmachen können. Mediziner sprechen hier vom „AIDS related complex“ (ARC), der durch folgende Symptome gekennzeichnet ist:

  • lange anhaltender Durchfall (oftmals mehr als vier Wochen)
  • starker Gewichtsverlust
  • lange bestehendes Fieber mit Nachtschweiß
  • Lungen- oder Hirnhautentzündung (ausgelöst durch Bakterien)
  • Lungentuberkulose
  • Sepsis (bakterielle Blutvergiftung)
  • Herpes zoster (Gürtelrose)
  • Der seitliche Zungenrand erscheint weißlich (orale Haarleukoplakie)
  • Rachen- und Scheidenentzündung durch Pilze
  • Bösartige Veränderungen im Gebärmutterhals

AIDS-Stadium C

Nun erkranken die Patienten an den sogenannten opportunistischen Infektionen, was bedeutet, dass verschiedene Erreger die erworbene Immunschwäche ausnutzen. Die typischen, sonst eher seltenen Erkrankungen in dieser Phase sind:

  • Lungenentzündungen durch Pneumocystis jirovecii
  • Candida-Pilz-Infektionen, die die Speiseröhre und die tieferen Atemwege befallen
  • Toxoplasmose-Erreger führen zu Gehirnentzündungen.
  • Zytomegalievirus-Infektionen in den Augen (Retinitis der Netzhaut), im Darm, in der Lunge und im Gehirn
  • Das bereits oben erwähnte Kaposi-Sarkom wird durch Viren des Typs Herpes8 ausgelöst. Bei diesen braunroten „AIDS-Flecken“ handelt es sich um eine bösartige Neubildung von Blutgefäßen.
  • Tuberkulose
  • Das JC-Virus infiziert das Nervensystem und führt zu „progressiver multifokale Leukenzephalopathie“.
  • Das Wasting-Syndrom bedeutet einen circa zehnprozentigen Gewichtsverlust innerhalb von sechs Monaten, ständigen Durchfall und Fieber.
  • Bösartige Lymphome, eine Krebserkrankung der B-Lymphozyten

AIDS-Behandlung

Mithilfe moderne Medikamente gelingt es heute immerhin, im Blut die Virenlast unter die Nachweisgrenze zu drücken. Je früher eine HIV-Infektion erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen, damit ein fast unbelastetes Leben führen zu können. Die Therapie wird individuell auf jeden Patienten abgestimmt, indem beispielsweise zunächst der genaue Typ des HI-Virus im Labor bestimmt wird. Die Behandlung muss der Patient allerdings lebenslänglich exakt einhalten.

Was bedeutet HAART?

Zurzeit gibt es über 20 Arzneimittel, die für die „hochaktive antiretrovirale Therapie“ (HAART) ganz individuell kombiniert werden können, um so auch einer Resistenzentwicklung des HI-Virus vorbeugen zu können. Im Wesentlichen sind es die folgenden Medikamente, die zur Anwendung kommen:

  • Reverse-Transkriptase-Hemmer (RTI) hindern das HI-Virus mit Wirkstoffen wie Efavirenz, Emtricitabin, Lamivudin oder Tenofovir an seiner Vermehrung.
  • Protease-Inhibitoren (PI) verhindern ebenfalls die Virusvermehrung unter anderem mit dem Wirkstoff Atazanavir.
  • Integrase-Inhibitoren (INI) wie Raltegravir hindern das Virus daran, seine Erbinformationen im Erbgut der menschlichen Wirtszelle einzufügen.
  • Fusions-Inhibitoren (FI) wie Enfuvirtid verhindern die Einschleusung des Virus in die Wirtszelle.

Ein Kriterium dafür, wann eine HAART-Therapie einzuleiten ist, ist zum Beispiel die Anzahl der T-Helferzellen, die nicht unter 350 CD4-Zellen pro Mikroliter (µl) Blut abgleiten sollte. Spätestens sechs Monate, nachdem eine solche Therapie begonnen wurde, sollte die Viruslast unter 50/µl Blut liegen. Wenn dem nicht so ist, wird in der Regel eine andere Kombination von Medikamenten probiert.

Leitlinien:

Selbsthilfegruppen: